Pressemitteilung
Hilfe für erkrankte Kollegin - 154
Mitarbeiter von Air Products kamen zur Bluttypisierung
Erfolgreiche Aktion des Hattinger Industriegaseherstellers
und des Kölner Büros der DKMS - Deutsche Knochenmarkspenderdatei
Hattingen, 24. Juni 2002 - Als bei ihrer Kollegin Andrea
Schünemann Leukämie diagnostiziert wurde, war der
Vorsitzenden des Betriebsrates von Air Products in Hattingen,
Anita Koch, sofort klar, dass sie helfen wollte. Die besten
Heilungschancen bei dieser Art der Erkrankung bietet eine
Transplantation von Stammzellen eines Spenders. Da sich unter
den Verwandten ihrer Kollegin kein geeigneter Spender fand,
schlug der Betriebsrat der Geschäftsführung vor,
die Belegschaft der Air Products Hauptverwaltung um Unterstützung
bei der Suche zu bitten.
Bei Gesprächen mit Verwandten, Ärzten und Betroffenen
wurde dem Betriebsrat die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei
als Partner empfohlen. Innerhalb von 14 Tagen organisierten
Monika Habermann vom Kölner Büro der DKMS und Air
Products eine so genannte Typisierungsaktion, bei der mittels
einer Blutabnahme die Spendereigenschaften festgestellt werden
können. Durch Aushänge, per E-Mail und persönliche
Ansprache rief der Betriebsrat die Belegschaft zur Teilnahme
auf. Die DKMS stellte die Blutabnahmeeinrichtungen und das
Fachpersonal inklusive einer Ärztin. Air Products übernahm
die Kosten von je 50 Euro für Registrierung und Typisierung.
Von den rund 200 Mitarbeitern in Hattingen nahmen 154 an
der Typisierungsaktion teil. Diese Beteiligung ist weit überdurchschnittlich.
Im Schnitt lassen sich nur rund zehn Prozent der Belegschaft
im Rahmen von Aktionen dieser Art als potenzielle Stammzellenspender
registrieren. Und auch wenn sich in Hattingen kein passender
Spender fand, war die Initiative ein voller Erfolg, denn die
Daten der registrierten Spender fließen in das ZKRD
(Zentrales Knochenmarkspenderregister für Deutschland)
in Ulm ein. Dort fand sich schließlich auch ein Spender
für Andrea Schünemann.
Die Bedeutung von Typisierungen in Betrieben erläutert
Stephan Schumacher, Leiter des Kölner DKMS-Büros,
und verantwortlich für die Planung, Organisation und
Durchführung von Betriebstypisierungen: "Ein geeigneter
Spender entspricht der sprichwörtlichen Stecknadel im
Heuhaufen. Jede Registrierung und Typisierung erhöht
die Chancen, dass Patienten geeignete Spender finden. Deshalb
sind Initiativen wie bei Air Products so wichtig. Sie helfen
uns dabei, unser Ziel eines weiteren Anstiegs von Betriebstypisierungen
zu erreichen. Firmen, die mit uns eine solche Aktion durchgeführt
haben, machen oft bei befreundeten Unternehmen Werbung für
die DKMS. Außerdem stärkt eine betriebsweite Typisierung
den Zusammenhalt unter den Mitarbeitern."
Manfred Bertschat, Marketing-Manager bei Air Products, unterstreicht
den Gedanken des Zusammenhalts: "Wir hatten nicht damit
gerechnet, dass sich so viele Kollegen beteiligen würden.
Besonders möchte ich deshalb dem Betriebsrat und Anita
Koch für ihr Engagement danken. Wir freuen uns natürlich,
dass über das zentrale Knochenmarkspenderregister ein
Spender für Andrea Schünemann gefunden wurde, und
hoffen, dass unsere Aktion noch anderen Betroffenen helfen
wird."
Hintergrund für die Redaktionen:
Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei
hat sich die Aufgabe gestellt, die Hoffnung auf Heilung der
an Leukämie und anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen
des blutbildenden Systems leidenden Menschen zu verbessern.
Diesem Ziel diente der Aufbau und dienen heute der weitere
Ausbau sowie die Pflege und Qualitätssicherung einer
Datei potenzieller Knochenmark- und Stammzellspender. Die
DKMS arbeitet gemeinnützig und wohltätig.
Heute arbeiten in Tübingen und Köln rund 60 fest
oder teilzeit-beschäftigte Frauen und Männer für
ein Ziel: Menschen zu gewinnen und zu betreuen, die mit ihren
Stammzellen zum Lebensretter eines Todkranken werden können.
Die DKMS organisiert mit der Hilfe privater Initiativen und
Unternehmen sogenannte Typisierungsaktionen.
Jedes Jahr werden auf diese Weise zwischen 70.000 und 100.000
neue potenzielle Stammzellspender gewonnen. In rund 11 Jahren
wurde diese Datei auf einen Bestand von über 880.000
Stammzellspendern ausgebaut. Insgesamt konnten DKMS-Spender
bereits über 3.700 mal neue Lebenshoffnung schenken.
Sie ist mit dieser Hilfsleistung international vernetzt: Etwa
die Hälfte der Stammzellspenden bieten einem Menschen
im Ausland die Chance auf Heilung.
Air Products GmbH, Technische Gase,
mit Sitz in Hattingen an der Ruhr setzte im Geschäftsjahr
2000 mit ungefähr 360 Mitarbeitern rund 200 Mio. DM um.
Die Zentrale in Hattingen ist zuständig für den
Verkauf von Industriegasen im deutschen Markt. In Deutschland
betreibt das Unternehmen flächendeckend Luftzerlegungs-
und Wasserstofferzeugungsanlagen sowie ein dichtes Vertriebsnetz
für Flaschengase. Industriegase finden in Chemie und
Petrochemie, Öl- und Gasförderung, Lebensmittelherstellung,
Metallverarbeitung, Halbleiterproduktion, Luft- und Raumfahrt
sowie Papierherstellung und Medizin Verwendung.
Air Products Polymers (APP): Air Products
hält 65% der Anteile an diesem Joint Venture mit Wacker Chemie,
das am 1. Oktober 1998 gegründet wurde. Das Unternehmen mit
Europazentrale in Burghausen und Produktionsstätten in Köln,
Mexiko, Korea und den USA stellt Polymerdispersionen unter den
Markennamen Airflex, Vinac, Flexbond und Flexcryl her. Zu den
belieferten Industrien gehören die Klebstoff-, Vliesstoff-,
Farb-, Lack-, Papier-, Baustoff-, Teppich- und Textilindustrie.
Air Products (Air Products and Chemicals, Inc.) ist ein
weltweit tätiger Anbieter von Industriegasen, chemischen
Produkten, Produktions- und Anwendungstechnologie für Technische
Gase sowie entsprechenden Dienstleistungen. Das internationale
Unternehmen mit Firmensitz in Lehigh Valley, Pennsylvania, USA,
setzte im Geschäftsjahr 2001 mit über 18.000 Mitarbeitern
weltweit rund 5,7 Mrd. US-$ um. Mit einem breiten Produktspektrum
an Gasen ist das Unternehmen der viertgrößte Industriegaseanbieter
weltweit sowie Weltmarktführer für Wasserstoff und Helium.
Darüber hinaus ist Air Products der größte Gaselieferant
der europäischen Halbleiterindustrie und führend in
der Entwicklung von Tiefkühlanlagen. Das Unternehmen ist
weltweit in 30 Ländern tätig, darunter in 14 europäischen
Staaten, und exportiert in rund 100 Länder.
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