Vorteile

Die Fluorierung bietet eindeutige Qualitätsvorteile

Gegenüber alternativen Methoden wie dem Beflämmen, der Korona- oder der Plasmabehandlung bietet die Fluorierung eindeutige Qualitätsvorteile:

  • Sie ist Material schonend, die Oberflächen werden gleichmäßig behandelt und haben eine hohe Langzeitstabilität.
  • Die Oberflächen werden weder mechanisch noch thermisch belastet.
  • Nahezu alle Kunststoffoberflächen können mit Fluor vorbehandelt werden.
  • Da die Aktivierung durch die Reaktion des Fluors mit dem Kunststoff erfolgt und die Reaktion durch die Anwesenheit von Sauerstoff gebremst wird, lässt sich die Aktivierung über die Fluorkonzentration leicht und reproduzierbar steuern.
  • Folien lassen sich ebenso vorbehandeln wie komplexgeformte Oberflächen (Hinterschnitte, Hohlkörper, Hohlräume, strukturierte Oberflächen).
  • Da die Behandlung bei nahezu Normaldruck (<500 mbara) erfolgt, können mit der Fluorierung auch tiefere Materialschichten erreicht werden. Der Vorbehandlungseffekt ist deshalb dauerhaft.
  • Die Konzentration aktiver Spezies ist sehr ausgewogen und einerseits hoch genug, um einen sehr guten Aktivierungseffekt zu erzielen, andererseits zu niedrig, um die Oberfläche zu schädigen.
  • Einschichtlackierungen sind auch ohne den Einsatz von Primern möglich.

Nachteile der Beflämmung und Koronabehandlung

Beide Verfahren schädigen die Oberfläche des zu behandelnden Kunststoffs in mehr oder weniger starkem Umfang. Verantwortlich hierfür ist die sehr große Konzentration reaktiver Bestandteile. Die sehr intensive und aggressive Oxidation der Kunststoffoberfläche führt zur Zerstörung von Polymerketten, wodurch die aktivierte Oberflächenschicht mechanisch labil wird und sehr leicht abgetragen werden kann. Der höhere Aktivierungseffekt geht so nach kurzer Zeit wieder verloren und prozesstechnisch gibt es kaum Eingriffsmöglichkeiten.

Nachteile von Niederdruckplasmen

Im Unterschied zur Beflämmung und Koronaentladung lässt sich die Behandlung im Niederdruckplasma auch zur Modifikation einer Kunststoffoberfläche einsetzen. Der wesentliche Nachteil der Niederdruckplasmaverfahren ist der niedrige Prozessdruck, der sich apparativ nur mit großem Aufwand verwirklichen lässt. Der niedrige Prozessdruck hat zur Folge, dass die Aktivierung nur an der äußersten Oberflächenschicht des Kunststoffs erfolgt. Da die Polymerketten des Kunststoffs stets eine gewisse Beweglichkeit aufweisen, geht der Aktivierungseffekt oft schon nach einer gewissen Zeit verloren.

 
 
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