Ein Gas – zwei Verfahren

Grundsätzlich finden zwei Verfahren Anwendung: Das Barriere- und Adhäsionsverfahren. Beide Verfahren modifizieren den Grad der Wasserbenetzbarkeit der behandelten Kunststoffoberfläche. Die Fluorierung kann sowohl während der Produktion, als auch separat erfolgen.

Barrierefluorierung

Im Falle der Barrierefluorierung oder Sperrschichtbildung werden Gemische mit einem Fluorgehalt von 1% - 20% verwendet. Diese Oberflächenbehandlung schützt die Kunststoffoberfläche vor Solventien aller Art, z.B. vor Chemikalien, organischen Lösungsmitteln, Ölen und Kraftstoffen. Das Verfahren schützt zudem gegen das Eindringen von Feuchtigkeit, Dämpfen, Gerüchen und Aromen. Fluorierte Oberflächen bieten darüber hinaus Schutz gegen den Bakterien und Mikroorganismen.

Anwendungsbereiche der Barrierefluorierung

  • Automobil- und Zulieferindustrie

Adhäsionsfluorierung

Die hier zum Einsatz kommenden Fluor-Luft-Gemische mit niedrigem Fluoranteil verbessern die Hafteigenschaften von Kunststoffen und anderen Basismaterialien. Diese Behandlung erhöht die Oberflächenenergie und verleiht der Oberfläche hydrophile Eigenschaften (Hydrophilierung). Typische Anwendungsgebiete für diese Technologie finden sich beim Lackieren, Strukturieren von Kunststoffen, beim Verkleben von Kunststoffen miteinander oder mit anderen Materialien, im Natur- und Kunstfaserbereich, bei der Herstellung von Membranen und Filtermaterialien und im Baustoffsektor bei der Herstellung faserverstärkter Baumaterialien.

Anwendungsbereiche der Adhäsionsfluorierung

  • Farben, Lacke, Tinten und Druckindustrie
  • Elektroindustrie
  • Kunststoffverarbeitung
  • Bauindustrie
   
 
 

Verfahren

Inline & Offline-Systeme:

Je nach Einsatzart unterscheidet man zwischen kontinuierlichen bzw. semikontinuierlichen “Inline“-Systemen und diskontinuierlichen “Offline“-Systemen.

Beim Inline-Verfahren erfolgt die Fluorierung während des Herstellungsprozesses, beispielsweise während des Blasformprozesses von Verpackungsbehältern.

Wird mit Offline-Verfahren gearbeitet, erfolgen Herstellung und Fluorierung getrennt voneinander. In Vakuumkammer-Reaktoren wird der zu fluorierende Artikel separat behandelt und ist damit vom Herstellungsverfahren unabhängig.

Beide Verfahren sind großtechnisch einsetzbar und gehören seit Jahren zum Kern des Leistungsangebotes von Air Products.


Offline-Anlage

 
 
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