Erfahren Sie von Air Products mehr über die internationale EN ISO 14175:2008-Norm für Schweißzusätze und Prozessgase für das Verbindungsschweißen und verwandte Prozesse und deren Bedeutung für die Schweißindustrie

Was ist die EN ISO 14175:2008-Norm?

EN ISO 14175:2008 ist eine internationale Qualitätsnorm für Gase und Gasgemische, die bei Schweißanwendungen und anderen verwandten Prozessen zum Einsatz kommen.

EN ISO 14175:2008 baut auf der alten Norm EN 439:1994 auf. EN ISO 14175:2008 hat den Geltungsbereich dieser alten Norm erweitert und „klassifiziert und bestimmt“ die bei Schweißanwendungen verwendeten Gase in Übereinstimmung mit den genutzten Gaskomponenten und deren Reaktion bei Einsatz. Die Änderungen wurden vorgenommen, um die Norm anwenderfreundlicher zu gestalten und insbesondere, um für spezifische Anwendungen die Auswahl der Gase zu erleichtern.

Was genau hat sich mit Einführung der neuen Norm geändert?

Zu den wichtigsten Änderungen gehört, dass Schweißgase ab sofort gemäß der aktualisierten Toleranzen und Reinheitskriterien produziert werden müssen. So hat der Anwender die Sicherheit, dass Gase mit einem bestimmten „Symbol“ in die angegebene Kategorie fallen. In einigen Fällen gab es signifikante Änderungen in Bezug auf die Klassifikation von Gaskomponenten, was auf deren chemische Reaktionsfähigkeit zurückzuführen ist. Beispielsweise werden Gase, die in die Untergruppe M (Gemische, die auf Metallen oxidierend wirken) fallen, in die drei Unterkategorien (M1, M2 und M3) unterteilt, welche jeweils ihre eigenen konkreten und erweiterten Toleranzbereiche haben. So können Benutzer unter Berücksichtigung der metallurgischen Reaktion, der Toleranzbereiche und Reinheitsgrade einfacher das geeignete Gas für ihre Anwendung bestimmen.

Um die Einhaltung der neuen Norm zu gewährleisten, werden Gasflaschen mit dem Symbol der jeweiligen Haupt- und Untergruppe des Gasgemischs gekennzeichnet. Benutzer erhalten durch diese Kennzeichnung Informationen über das Produkt.

Hat die neue Norm Auswirkungen auf die Schweißverfahren?

Ja. So besagt beispielsweise die Qualitätsnorm für Stähle EN ISO 15164-1:2004 + A1:2008 „Spezifikation und Qualifikation von Schweißverfahren für metallische Materialien“, dass Schutzgase in Übereinstimmung mit EN ISO 14175:2008 ausgewählt werden müssen und dass die Qualifikation auf das Symbol des Gases nach EN ISO 14175:2008 beschränkt ist. Das bedeutet, dass der Anwender die Zusammensetzung des Schutzgases nur innerhalb desjenigen Bereichs ändern kann, der durch das Symbol der Klassifizierung deklariert wird, ohne die Gültigkeit der Qualifikation des Schweißverfahrens zu beeinflussen. EN ISO 15614 schränkt diesen Bereich für das MIG-, MAG- und Metall-Lichtbogenschweißen mit Schutzgas weiter ein, indem der CO2-Gehalt 10 % nicht überschritten werden darf, um den Verfahrenstest zu qualifizieren.

Wann wurde EN ISO 14175:2008 eingeführt?

EN ISO 14175:2008 wurde am 7. Februar 2008 vom Europäischen Komitee für Normung anerkannt und ersetzt EN 439:1994 seit September 2008.

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Vor kurzem veröffentlicht in AWD Welding World